Veranstaltungen in der Villa Brahms
Aktuelle Termine
Der Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie feiert 2026 seinen 125. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstalten das Buddenbrookhaus und die Musikhochschule Lübeck in Kooperation eine mehrteilige Ringvorlesung in der Villa Brahms. An insgesamt sieben Terminen sind hochkarätige Referierende nach Lübeck eingeladen. Alle Vorträge der Ringvorlesung werden durch musikalische Werke, gespielt von Studierenden der Musikhochschule, begleitet.
»Aber am schlimmsten ist dein Schweigen.« Die Familie Buddenbrook: Privileg und Abgrund
Thomas Manns vielschichtiger Familienroman Buddenbrooks lässt sich als Geschichte ungleicher Kräfteverhältnisse lesen. Mann und Frau, Eltern und Kinder, Privilegierte und Untergebene: Wenig geschieht aus reiner Liebe, ohne dass damit ein Zweck verfolgt oder familiären Erwartungen entsprochen würde. Wenn Thomas seinen Bruder Christian zurechtweist mit den Worten »Schließlich gehörst du nicht dir alleine an«, steht dies als Leitspruch für die ganze Familie. Viel Charme und Witz sind im Spiel, und doch ist der Roman Zeile für Zeile von Zwang durchweht, von der Forderung nach Gehorsam. Zwischen den durchaus sprachgewandten Familienmitgliedern wächst das Schweigen, das schwerer lastet als jedes Wort. Eine Familiengeschichte, unter die der kleine Hanno einen doppelten Schlussstrich zieht: »...ich glaubte – es käme nichts mehr« – damit endlich ein neues Kapitel beginnen kann.
Die Ringvorlesung findet im vierwöchigen Rhythmus statt. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Im Anschluss laden wir Sie ein bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen.
Der Kartenvorverkauf erfolgt über das Buddenbrookhaus.
Weitere Informationen:
Susanne Fritz (*1964) schreibt Erzählungen, Romane, Essays und dramatische Texte. Eins ihrer zentralen Themen sind das Erbe der Gewalt und die verborgenen Auswirkungen der Vergangenheit auf das eigene Dasein. In Wie kommt der Krieg ins Kind (2018) begibt sie sich auf Spurensuche, erzählt von den schweren Traumata der Mutter und ihrer deutsch-polnischen Familiengeschichte im Wechsel der Zeitläufte. Zuletzt erschien ihr Roman Heinrich (2023), eine Spiegelfigur des Vaters, dessen Lebenslauf exemplarisch für seine Generation und die deutsche Nachkriegsgeschichte steht. Susanne Fritz ist der Familie Mann besonders durch Klaus Mann verbunden, dessen letzten abgeschlossenen literarischen Text Der Kaplan sie 2021 in einer kommentierten Ausgabe herausgeben hat.
Am Samstag, den 28. März 2026 um 15 Uhr ist das Institut für schulbegleitende Musikausbildung (ISMA) der MHL zu Gast in der Villa Brahms. Vier junge Musiker:innen präsentieren im Hansensaal ein vielseitiges Programm mit Werken vom Barock bis ins 21. Jahrhundert.
Das ISMA der Musikhochschule Lübeck widmet sich seit vielen Jahrzehnten der gezielten Förderung hochbegabter Jugendlicher. Unterrichtet und künstlerisch betreut von Professor:innen und Dozierenden der MHL, erhalten sie eine intensive Ausbildung in Instrumentalmusik, Gesang, Komposition und Musiktheorie. Zahlreiche Auszeichnungen – unter anderem beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« – sowie internationale Wettbewerbserfolge dokumentieren den nachhaltigen Erfolg des Förderkonzepts. Viele ehemalige ISMA-Studierende sind heute international konzertierende Künstlerpersönlichkeiten, Professor:innen oder Mitglieder renommierter Orchester.
Das Programm umfasst Werke von Domenico Scarlatti und Johann Sebastian Bach über Frédéric Chopin und Franz Liszt bis hin zu George Crumb. Zu hören sind unter anderem Chopins Fantasie-Impromptu cis-Moll op. 66, Liszts 1. Konzertetüde »Waldesrauschen«, Giovanni Bottesinis Introduzione e Gavotta, ein Werk für Harfe von Marcel Tournier sowie Bachs Partita Nr. 3 E-Dur BWV 1006 für Violine solo.
Es musizieren Aileen Gong (Klavier), Paul Fritz Oertel (Kontrabass), Nele Brunswig (Harfe) und Nara Lee (Violine).
Bereits ab 14 Uhr lädt der Wintergarten der historischen Villa bei Kaffee und Kuchen zur Einstimmung auf den Konzertnachmittag ein.
Eintritt: 8 / 11 EUR, Tickets unter www.luebeck-ticket.de sowie an der Tageskasse ab 14 Uhr.
Eintritt: 8 / 11 € (keine Ermäßigung)
Restkarten, Catering und Einlass eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn (14:00 Uhr)
Vorverkauf:
bei allen Vorverkaufsstellen des Lübeck-Ticket und online über www.luebeck-ticket.de
Catering:
Kaffee und Kuchen
Der Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie feiert 2026 seinen 125. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstalten das Buddenbrookhaus und die Musikhochschule Lübeck in Kooperation eine mehrteilige Ringvorlesung in der Villa Brahms. An insgesamt sieben Terminen sind hochkarätige Referierende nach Lübeck eingeladen. Alle Vorträge der Ringvorlesung werden durch musikalische Werke, gespielt von Studierenden der Musikhochschule, begleitet.
»Grabow, Langhals, Brecht: Ärzte als Verfallskomplizen in Buddenbrooks«
»Ein wenig Taube, ein Scheibchen Franzbrot« — diese Diät empfiehlt der Hausarzt der Buddenbrooks, Dr. Grabow, als dem kleinen Christian nach der Einweihungsfeier des Hauses in der Mengstraße von den genossenen Köstlichkeiten »verdammt übel« ist. Von dieser ebenso fürsorglichen wie unwirksamen Empfehlung bis zu Thomas Buddenbrooks fatalem Besuch beim Zahnarzt Dr. Brecht: Wenn in Thomas Manns Roman Ärzte auftreten, markieren sie Stationen des Niedergangs. An den Figuren Grabow, Langhals und Brecht zeigt die Vorlesung, wie ärztliche Autorität den Verfall der Familie nicht aufhält, sondern als stille Komplizin begleitet.
Die Ringvorlesung findet im vierwöchigen Rhythmus statt. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Im Anschluss laden wir Sie ein bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen.
Der Kartenvorverkauf erfolgt über das Buddenbrookhaus.
Weitere Informationen:
PD Dr. Irmtraud Hnilica studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie in Heidelberg, Paris und Freiburg und promovierte 2010 an der Universität zu Köln mit einer Arbeit zu Gustav Freytags Kaufmannsroman Soll und Haben. Sie ist als akademische Rätin an der FernUniversität in Hagen tätig, vertrat eine Juniorprofessur an der Universität Trier sowie eine Professur an der LMU München. 2023 Habilitation mit der Studie Raptusformeln. Entführungen im bürgerlichen Trauerspiel, Singspiel und Abolitionsdrama des 18. Jahrhunderts. Es folgten Gastprofessuren an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit September 2025 vertritt sie die Professur für Neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse an der Universität Mannheim.
Mit Studierenden aus der Klasse Prof. Jens Thoben (MHL).
Der Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie feiert 2026 seinen 125. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstalten das Buddenbrookhaus und die Musikhochschule Lübeck in Kooperation eine mehrteilige Ringvorlesung in der Villa Brahms. An insgesamt sieben Terminen sind hochkarätige Referierende nach Lübeck eingeladen. Alle Vorträge der Ringvorlesung werden durch musikalische Werke, gespielt von Studierenden der Musikhochschule, begleitet.
Condolenz-Visiten und Abschiedsscenen. Tod und Trauer in den Buddenbrooks im Licht der neuen Gedächtnisforschung
Wie erodieren Trauerriten vom festen Glauben zur totalen Sprachlosigkeit? Dieser Vortrag liest Buddenbrooks als Protokoll eines kulturellen Verlusts und wagt den Schritt zur Gegenwart im Kolumbarium DIE EICHE. Es geht um die offene Frage, ob wir für den Umgang mit dem Tod heute noch gültige Formen finden können.
Die Ringvorlesung findet im vierwöchigen Rhythmus statt. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Im Anschluss laden wir Sie ein bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen.
Der Kartenvorverkauf erfolgt über das Buddenbrookhaus.
Weitere Informationen:
Michael Angern ist Forstwissenschaftler und IT-Unternehmer. Peggy Morenz ist Porzellinerin, deren Zuhause die hohe Tischkultur ist. Zusammen sind sie Initiatoren und Betreiber des Kolumbariums DIE EICHE. Das Paar hat all seine Lebenserfahrung und Energie in den Erhalt des letzten bestehenden Gebäudes der Familie Mann in Lübeck gesteckt: Es hat den Mann’schen Kornspeicher als Stadtfriedhof für Urnen einer neuen, sinnstiftenden und lang in die Zukunft weisenden Nutzung zugeführt.
»Es gibt nur ein Genie im Haus«, verkündet Gustav Mahler (1860 – 1911) seiner Verlobten Alma (1879 – 1964). Was heute befremdlich klingt, war über Generationen die brutale Realität, mit der produktive Künstlerinnen konfrontiert waren.
Allen Widerständen zum Trotz erwachsen große Komponistinnen in jeder Zeit. Eine dieser Komponistinnen ist Dora Pejačević (1885 – 1923), die ein selbstverständlicher Teil der Künstler:innenkreisen zwischen Karl Kraus (1874 – 1936) und Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) ist. Sie versteht es als ihre große Aufgabe, durch gezielte Förderung einen Beitrag zur persönlichen Entfaltung sowie zur Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männer zu leisten: »Jedes Talent, jedes Genie erfordert gleiche Rücksichtnahme – das Geschlecht darf da nicht in Frage kommen«, so ihre Devise.
Als Hommage an diesen Kampf für Gleichberechtigung und Diversität entstand dieses Programm, das mit Musik und Text, gelesen vom Schauspieler Helmut Mooshammer, beispielhaft zeigt, wie die Kunst durch Vielfalt bereichert wird: Ein grandioses Werk aus der Feder einer Frau wird zu einem rauschenden Erlebnis.
Der Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie feiert 2026 seinen 125. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstalten das Buddenbrookhaus und die Musikhochschule Lübeck in Kooperation eine mehrteilige Ringvorlesung in der Villa Brahms. An insgesamt sieben Terminen sind hochkarätige Referierende nach Lübeck eingeladen. Alle Vorträge der Ringvorlesung werden durch musikalische Werke, gespielt von Studierenden der Musikhochschule, begleitet.
»Dumme Gans und femme fatale oder: Männer, die auf Frauen starren«
Die Frauenfiguren in Thomas Manns Werk wurden oft als wenig wichtige Nebenfiguren, als dümmlich oder gar dämonisch abgetan. In Buddenbrooks findet sich mit Tony Buddenbrook nicht nur die stärkste und unvergesslichste Frauenfigur Manns. Frauen sind zentral für die ritualisierte Aufrechterhaltung des Familienlebens der Buddenbrooks. Der Vortrag widmet sich den Frauenfiguren im Roman, insbesondere mit Blick auf den Zusammenhang von Ritus und Weiblichkeit.
Die Ringvorlesung findet im vierwöchigen Rhythmus statt. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Im Anschluss laden wir Sie ein bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen.
Der Kartenvorverkauf erfolgt über das Buddenbrookhaus.
Weitere Informationen:
Dr. Veronika Schuchter ist Senior Scientist am Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck und Leiterin des Innsbrucker Zeitungsarchivs zur deutsch- und fremdsprachigen Literatur. Sie forscht schwerpunktmäßig zu Literatur-, Rezeptions- und Genderfragen sowie zur Gegenwartsliteratur und Exilliteratur. Kürzlich erschienen: Ernst Toller. Revolutionär Schriftsteller Antifaschist. Eine Biografie. Göttingen: Wallstein 2025.








