»Robert Schumann – Die Erst- und Frühdrucke«

Erste Eröffnung: 8. November 2013

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck zeigte ab dem 8. November 2013 eine Sonderausstellung zu den Erst- und Frühdrucken von Robert Schumann. Die Schau in der Villa Brahms präsentierte im Rahmen der dreiteiligen Reihe »Prisma Schumann« eine repräsentative Auswahl dekorativ gestalteter Titelblätter.

Robert Schumann (1810­–1856) war gerade 21 Jahre alt, als er im November 1831 seine erste Komposition, die Abegg-Variationen für Klavier op. 1, veröffentlichte. Es sollten noch 147 mit Opus-Zahlen versehene Werke folgen. Die Opera 136 bis 148 wurden aus dem Nachlass des Komponisten herausgegeben (u.a. von Johannes Brahms) und erschienen posthum zwischen 1857 und 1864. Insgesamt 25 Musikverlage waren an der Werkpublikation beteiligt. Drei Leipziger Verlagshäuser brachten allein knapp die Hälfte von Schumanns Kompositionen heraus: Breitkopf & Härtel (30 Werke), Friedrich Whistling (25) und Friedrich Kistner (17).

Für Schumann entscheidend war die Präsentation eines neuen Werkes durch das Titelblatt der Erstausgabe. Es ist »das Portal, durch welches das Musikwerk den privaten Raum verlässt, um in die Öffentlichkeit zu gelangen. Umgekehrt passiert der Leser-Musiker zunächst das Titelblatt, bevor er den Werktext erreicht« (Bernhard R. Appel). Das Titelblatt sollte nicht nur den Blick potenzieller Käufer auf sich ziehen, sondern strebte zugleich die Synästhesie von Auge und Ohr an. Schumann war davon überzeugt, dass es die inneren Wesenszüge der Komposition zum Ausdruck bringen müsse.

Titelzeichner lieferten entsprechende Vignetten, Arabesken und Randornamente, Stecher und Lithografen setzten diese Vorlagen drucktechnisch um. Zu den wichtigsten Künstlern zählen Ludwig Richter, der der Düsseldorfer Malerschule nahestehende Theodor Mintrop und der Lithograf Friedrich Krätzschmer, der allein zu 36 Werken von Schumann die Titelblätter illustriert hat.

Die Schau stellte anhand der Titelblätter verschiedene Fassungen, Auflagen oder Ausgaben eines Werkes gegenüber. Sie war Teil der Reihe »Prisma Schumann«, in deren Mittelpunkt das u.a. vom Land Schleswig-Holstein geförderte Projekt »Schumann digital« stand. Die zentralen Exponate können an vier Hörstationen ›zum Klingen‹ gebracht werden. Im Wintergarten war ab dem 13. November eine kleine Ausstellung musikinspirierter Aquarelle zu sehen, zu denen der Augustusburger Maler Karsten Mittag von Schumanns Musik angeregt worden ist.

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