Neue Ausstellung:
»Kontinuitäten? – Haydn und Brahms«

27.05.2016

Die neue Ausstellung des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck widmet sich zwei bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts: Joseph Haydn (1732–1809) und Johannes Brahms (1833–1897). Unter dem Titel »Kontinuitäten?« lenkt die Schau den Blick auf die Haydn-Rezeption von Brahms. Mit der Präsentation von Briefen, Drucken, Programmzetteln, Büsten und Fotografien wird Brahms‘ Auseinandersetzung mit »Vater Haydn« beleuchtet, der einst die Gattungen Sinfonie, Streichquartett und Klaviersonate aus der Taufe hob.

Im Mittelpunkt stehen dabei die bekannten Haydn-Variationen für Orchester bzw. für zwei Klaviere, denen Brahms ein damals fälschlicherweise Haydn zugeschriebenes Thema zugrunde gelegt hat. Besagtes Thema lernte er bei Carl Ferdinand Pohl, dem Archivar der Gesellschaft der Musik­freun­de in Wien kennen, dem ebenfalls eine Vitrine gewidmet ist. Pohl, der an einer umfangreichen Haydn-Biografie arbeitete, hatte alle unter Haydns Namen überlieferte Abschriften zusammengetra­gen und auch Brahms zur Verfügung gestellt.

Bald nach Haydns Tod im Jahr 1809 begann der Ruhm des seinerzeit berühmtesten europäischen Komponisten zu verblassen. Die Ausstellung dokumentiert weiterhin das Engagement von Brahms und seinem Geiger-Freund Joseph Joachim, die sich bereits in jungen Jahren als Interpreten für die Werke des inzwischen als »Papa Haydn« belächelten Komponisten eingesetzt haben: gemeinsam als Kammer­musiker, dann Brahms als Dirigent und Joachim mit seinem 1879 gegründeten gleichnamigen Quartett, das die Streichquartette der Wiener Klassiker Haydn, Mozart, Beethoven – oft in Kombination mit jenen von Brahms – leidenschaftlich propagiert hat.

Mit Blick auf das SHMF-Symposion »Kontinuitäten? – Joseph Haydn im Wandel der Interpretationen« beschäftigt sich die Ausstellung zudem mit dem Haydn-Jahr 1909, das in Wien mit einer groß angelegten Zentenarfeier gewürdigt worden ist und sechs namhafte französische Komponisten – darunter Claude Debussy und Maurice Ravel – zu Hommage-Kompositionen angeregt hat.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 1. Juli bis 17. Dezember 2016,
Mittwochs und Sonnabends von 14–18 Uhr
Der Eintritt ist frei!

Medien / Downloads


Joseph Haydn (1732–1809) Kupferstich von Johann Ernst Mansfeld, 1781

Das Deckenbild der Zürcher Tonhalle wird während der Ausstellung in ansprechender Größe präsentiert.