Symposium
»Grenzenlos« Peter Tschaikowsky in Deutschland?

Sa 11.07.2015 | 10:00 Uhr | Lübeck | Museum Behnhaus Drägerhaus
Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Sandberger

Wer war Peter Tschaikowsky, dessen Musik so oft als Spiegel der »russischen Seele« erscheint? Der geliebteste Komponist der russischen Nation ist der große Unbekannte. Zum festen Repertoire gehören nur wenige Werke wie die Opern »Eugen Onegin« und »Pique Dame«, die späten Sinfonien und die Ballette »Schwanensee«, »Dornröschen« und »Nussknacker«, das b-Moll-Klavierkonzert und das Violinkonzert. In Deutschland haben sich dabei in der Rezeption des Komponisten Pauschalurteile (»europäisierter Salonrusse«) und Klischees herausgebildet, die zu hinterfragen sind.

Das Symposium will gerade die Rezeption Tschaikowskys in Deutschland und seine Verbindungen zur deutschen Musikkultur näher in den Blick nehmen. Allein Hamburg hat er sechs Mal besucht. In der Elbmetropole residierte sein Verleger Daniel Rahter, hier traf er Hans von Bülow, Johannes Brahms und andere bekannte Musiker und Musikschriftsteller, hier wurden unter der Leitung von Gustav Mahler zwei seiner Opern, »Eugen Onegin« und »Jolanthe«, aufgeführt. Deutsche Musik hat Tschaikowsky seit seinen Petersburger Studienjahren gekannt und immer wieder in seinen Musikfeuilletons besprochen. Zahlreich sind seine Äußerungen etwa zu Mozart, Beethoven, Schumann und Wagner. 1876 besucht er die erste Gesamtaufführung von Wagners »Ring« in Bayreuth.

Das Symposium konzentriert sich auf Werke wie die Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64, die dem Hamburger Brahms-Freund Theodor Avé-Lallemant gewidmet ist. Die Ausstellung »Kontrapunkte – Tschaikowsky und Brahms« stellt die beiden so unterschiedlichen Komponisten des 19. Jahrhunderts gegenüber. Dabei lenkt die Schau den Blick insbesondere auf das Wirken Tschaikowskys in Hamburg, wo er mit Brahms zusammentraf, und seinen Lübeck-Besuch 1888. Eröffnet werden Symposium und Ausstellung durch den Festvortrag »Einer der Unseren«? – Tschaikowsky in Deutschland des renommierten Tschaikowsky-Experten Thomas Kohlhase.

In Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holstein Musikfestival

Gefördert durch die Possehl-Stiftung
Eintritt: 5 Euro (keine Ermäßigung)

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