„Ich will euch trösten …“
Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem


Symposion – Ausstellung – Katalog

Begleitend zur Aufführung im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals zeigt das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck eine Ausstellung zum „deutschen Requiem“ und lädt zu einem Symposion in die Villa Eschenburg. Die Schau präsentiert herausragende Exponate der Instituts-Sammlung zu dieser „großartigen musikalischen Todtenfeier“ (Eduard Hanslick), darunter etliche Erstveröffentlichungen.

Wertvolle Leihgaben aus Wien (Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Wien Museum und Privatbesitz) ergänzen die Schau. Die Ausstellung lenkt den Blick besonders auf die ersten Aufführungen in Wien, Bremen, Leipzig und London. Zu den Exponaten zählen ein Teilautograph des Requiems sowie Notendrucke, Programmzettel, Briefe und Fotos. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf kostbaren Quellen zur Textgrundlage (Textautograph, Bibel und Erbauungsbücher aus dem Brahms-Nachlass).

Die Beiträge des in Kooperation mit dem SHMF veranstalteten Symposions diskutieren Fragen zur Textzusammenstellung, zur Konzeption einer protestantischen Trauer- und Trostmusik sowie Fassungsfragen (Teilaufführung Wien, UA Bremer Dom, sogenannte ‚Londoner Fassung‘). Ein aufwändig gestalteter Katalog vereint Symposions-Beiträge und Ausstellungsexponate, die in hochwertigen Farbabbildungen dokumentiert sind.

Die zeitlose Aktualität des "deutschen Requiems" fordert auch gegenwärtig immer wieder Künstler zu produktiver Auseinandersetzung heraus. Dazu gehören etwa der renommierte Karlsruher Komponist Wolfgang Rihm, der seine vier Orchesterstücke „Das Lesen der Schrift“ (2001/2002) als Kommentare zum Requiem versteht, oder die in Speyer lebende Malerin und Graphikerin Regina Reim, deren umfangreicher Bilderzyklus „… keine bleibende Statt …“ (2000) im Rahmen der Ausstellung gezeigt wird. Hier hat die Künstlerin das Werk in eine Bildsprache des 21. Jahrhunderts übersetzt und damit zugleich die in der Romantik entstandene Idee des „Gesamtkunstwerks“ transferiert: 50 quadratische Arbeiten im Format 30 cm x 30 cm münden an der Frontseite in ein 200 cm x 200 cm großes Gemälde, welches vom Ursprung und Ziel des Lebens, von der Unendlichkeit des Göttlichen erzählt. Der Zyklus ist als Begleitung auf dem Lebensweg zu verstehen, der die Angst vor dem Sterben in die Erkenntnis transformiert, dass der Tod nur ein Übergang in eine neue Daseinsform ist. Dem von Brahms ausgewählten siebenteiligen Text sind unterschiedlich große Gruppen von Bildern zugeordnet, dazwischen immer ein variierend gemalter Kreis, der von einem Teil zum nächsten überleitet.


Ausstellungseröffnung:
Freitag, 27. Juli 2012, 18.00 Uhr

Symposion zum Brahms-Requiem
Samstag, 28. Juli 2012, 10.00-13.00 Uhr

mit

  • Prof. Dr. Otto Biba (Wien)
  • Dr. Jan Brachmann (Berlin)
  • Prof. Dr. Wolfgang Sandberger (Lübeck)
  • Prof. Dr. Dr. Johannes Schilling (Kiel)
  • Dr. Michael Struck (Kiel)
Ort:
Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck, Villa Eschenburg, Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck

Die veranstaltungen sind offentlich. Anmeldung nicht erforderlich.

 

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