1. November 2007
"Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt"
Die neue Ausstellung des Brahms-Instituts zum Brahms-Jahr 2008

Am 7. Mai 2008 jährt sich der Geburtstag von Johannes Brahms zum 175. Mal. An diesem Tag eröffnet das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck seine neue Ausstellung und zeigt aus seiner Sammlung bis Ende August Musikhandschriften, Briefe, Notendrucke und Fotografien zum Thema "Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt".

Im Mittelpunkt steht dabei die Rekonstruktion von Brahms' Wiener Musikzimmer als Beispiel für ein bürgerliches Interieur im ausgehenden 19. Jahrhundert. Dabei durchdringen sich Geschichte und Gegenwart. Mit Bach, Händel und Beethoven sind historische Vorbilder benannt, die nicht nur die Wände der Karlsgasse 4 zierten, sondern auch im Werk von Brahms ihre Spuren hinterließen. Den ersten Konzertflügel seines Musikzimmers bekam der in Hamburg geborene Wahl-Wiener einst von Robert Schumann geschenkt, und selbst das Clavichord in der Ecke ist mit einem großen Namen der Musikgeschichte verbunden: Joseph Haydn.

Mit zahlreichen Bearbeitungen eigener und fremder Werke für Klavier, dem Hausmusikinstrument par exellence, entsprach Brahms dem bürgerlichen Bildungsbedürfnis seiner Zeit. Als Briefschreiber - das Brahms-Briefe-Verzeichnis des Instituts listet momentan mehr als 10.000 Schreiben von und an Brahms auf - ist er zugleich an der vorrangig vom Bürgertum getragenen Briefkultur des 19. Jahrhunderts beteiligt. Diese und weitere Aspekte sollen in der Ausstellung in verschiedenen Abteilungen zur Darstellung kommen und an vier Hörsäulen sinnlich nachvollziehbar gemacht werden. Begleitend sind Lesungen und Vortragskonzerte geplant, deren Termine rechtzeitig bekannt gegeben werden.

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