Der Katalog zur Ausstellung ist über den Shop erhältlich.

»Ich will euch trösten«.
Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem

Eröffnung: 27. Juli 2012   >> Impressionen

Begleitend zur Aufführung im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2012 zeigte das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck eine Ausstellung zum Deutschen Requiem und ludt zu einem Symposion in die Villa Brahms. Die Schau präsentierte herausragende Exponate der Instituts-Sammlung zu dieser »großartigen musikalischen Todtenfeier« (Eduard Hanslick), darunter etliche Erstveröffentlichungen.

Wertvolle Leihgaben aus Wien (Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Wien Museum und Privatbesitz) ergänzten die Schau. Die Ausstellung lenkte den Blick besonders auf die ersten Aufführungen in Wien, Bremen, Leipzig und London. Zu den Exponaten zählten ein Teilautograf des Requiems sowie Notendrucke, Programmzettel, Briefe und Fotos. Ein besonderer Fokus lag zudem auf kostbaren Quellen zur Textgrundlage (Textautograf, Bibel und Erbauungsbücher aus dem Brahms-Nachlass).

Die Beiträge des in Kooperation mit dem SHMF veranstalteten Symposions diskutierten Fragen zur Textzusammenstellung, zur Konzeption einer protestantischen Trauer- und Trostmusik sowie Fassungsfragen (Teilaufführung Wien, UA Bremer Dom, sogenannte ›Londoner Fassung‹). Ein aufwändig gestalteter Katalog vereint Symposions-Beiträge und Ausstellungsexponate, die in hochwertigen Farbabbildungen dokumentiert sind.

Die zeitlose Aktualität des Deutschen Requiems fordert auch gegenwärtig immer wieder Künstler zu produktiver Auseinandersetzung heraus. Dazu gehören etwa der renommierte Karlsruher Komponist Wolfgang Rihm, der seine vier Orchesterstücke Das Lesen der Schrift (2001/2002) als Kommentare zum Requiem versteht, oder die in Speyer lebende Malerin und Grafikerin Regina Reim, deren umfangreicher Bilderzyklus Keine bleibende Statt (2000) im Rahmen der Ausstellung gezeigt wurde. Hier hat die Künstlerin das Werk in eine Bildsprache des 21. Jahrhunderts übersetzt und damit zugleich die in der Romantik entstandene Idee des »Gesamtkunstwerks« transferiert: 50 quadratische Arbeiten im Format 30 cm x 30 cm münden an der Frontseite in ein 200 x 200 cm großes Gemälde, welches vom Ursprung und Ziel des Lebens, von der Unendlichkeit des Göttlichen erzählt.

Alle Ausstellungen

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»Ich will euch trösten«
Ein deutsches Requiem (2012)
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Zeichen, Bilder, Phantasien (2004)
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