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»Ich schwelge in Mozart« –
Mozart im Spiegel von Brahms

Eröffnung: 29. April 2006  >>Impressionen

Am Samstag, 29. April 2006 eröffnete das Brahms-Institut an der Musikhoch­schule Lübeck in der Villa Brahms eine neue Sonderausstellung: »Ich schwelge in Mozart« – Mozart im Spiegel von Brahms. Das spektakulärste Exponat ist das kostbare Autograf der berühmten g-Moll-Sinfonie KV 550 von Mozart, das aus dem Nachlass von Johannes Brahms stammt. Die Handschrift wurde dem Brahms-Institut im Mozartjahr vom Archiv der Gesellschaft der Mu-sikfreunde in Wien zur Verfügung gestellt.

»Damit bietet sich« – so der Leiter des Brahms-Instituts Prof. Dr. Wolfgang Sandberger – »die einzigartige Gelegenheit, diese Handschrift, die sonst aus konservatorischen Gründen im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde unter Verschluss steht, zu sehen. Die Partitur ist eine der interessantesten Hand­schrif­ten Mozarts; sie erlaubt einzigartige Blicke in seine Kompositionswerk­statt.« Das Autograf gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Brahms erhielt die kostbare Partitur von der Landgräfin Anna von Hessen als Dank dafür, dass er ihr sein Klavierquintett op. 34 gewidmet hatte. Clara Schumann machte die Prinzessin auf das Mozart-Manuskript aufmerksam und wurde von ihr sogleich beauftragt, es zu besorgen: »Daß ich es mit Wonne tat«, schreibt sie in einem Brief an Brahms vom 3. November 1864, »wirst Du glauben, wenn Du es siehst. Hoffentlich schickt sie es Dir bald, eben habe ich es ihr überbracht [...] – mit schwerem Herzen überlasse ich ihr die Freude, Geberin zu sein.«

»Ich schwelge in Mozarts Sonaten« schrieb der 23-jährige Brahms 1856 an Clara Schumann. Dieses Brief-Zitat steht als Motto über der Ausstellung, die das breite Mozart-Interesse von Brahms anschaulich machen will. Der Mozart-Enthusiasmus des jungen Brahms entwickelte sich mit den Jahren zu einem komplexen und facettenreichen Beziehungsgeflecht: Brahms engagierte sich als Pianist und Dirigent für Mozarts Musik, er studierte und sammelte seine Werke und beschäftigte sich auch wissenschaftlich mit ihnen. Seine vielfältigen Mozart-Erfahrungen dokumentiert die Schau mit rund 50 Exponaten und fünf Themenschwerpunkten: »Mozart-Feiern und -Denkmäler zu Brahms-Zeit«; »Brahms als Mozart-Interpret«; »Brahms als Mozart-Sammler«; »Brahms als Mozart-Bearbeiter und -Herausgeber«, sowie eine kleine Auswahl von »Mozartiana« aus der Bibliothek von Brahms.

Hörstationen präsentieren Werke von Mozart und Brahms sowie Ausschnitte aus Mörikes »Mozart auf der Reise nach Prag«und dem Roman »Steppenwolf« (1927), in dem Hermann Hesse eine imaginäre Begegnung zwischen Mozart und Brahms literarisch verarbeitet hat.

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