»Fixstern Beethoven«

Sonderausstellung vom 14. April – 18. Mai 2013

Mittwochs und Samstags 14–18 Uhr

(Während des Brahms-Festivals vom 20. April bis zum 28. April ist die Ausstellung täglich 14–18 Uhr geöffnet)

Führungen für Gruppen nach Vereinbarung. Kontakt: Stefan Weymar M. A.



Auch Johannes Brahms musste sich an der Musik Beethovens messen lassen, wollte er als Komponist von Sinfonien, Kammermusik oder Klaviersonaten ernst genommen werden. Der Blick in sein Wiener Musikzimmer zeigt, dass er das verehrte Vorbild stets ‚im Nacken' hatte, wenn er am Klavier saß und komponierte. Dabei war der große Wiener Klassiker für Brahms nicht allein inspirierender Ansporn, sondern auch Last. Die Ausstellung "Fixstern Beethoven" präsentiert begleitend zum Brahms-Festival der Musikhochschule herausragende Exponate der Lübecker Sammlung. Zu den gezeigten Quellen gehören ein autographer Beethoven-Brief, die Partitur der achten Sinfonie aus Brahms' Besitz, Hans von Bülows "musikalisches Glaubensbekenntnis" sowie Programmzettel und Fotografien.

Die Schau lenkt den Blick zunächst auf Brahms' erste Sinfonie, mit der sich der Komponist schwer tat. Unter dem belastenden Vorbild Beethovens wurde ihm das Werk zu einer "Sache auf Leben und Tod". Der Dirigent Hans von Bülow war dann aber von der "Ersten" so begeistert, dass er sie als "Beethovens Zehnte" feierte. Mehrfach ist Brahms als Beethoven-Interpret in Erscheinung getreten. Programmzettel dokumentieren seinen Einsatz als Pianist und Dirigent für die Werke des verehrten Meisters. Dem Engagement von Liszt und Schumann war es zu verdanken, dass 1845 - zum 75. Geburtstag Beethovens - endlich das erste Beethoven-Denkmal eingeweiht werden konnte. Dem Bonner Denkmal Ernst Hähnels wird Schumanns musikalisches "Monument für Beethoven" - die Fantasie op. 17 - gegenüber gestellt, die Brahms bei seinem ersten Wiener Konzert im November 1862 als Pianist selbst aufführte.

Der Vitrinenschrank gibt einen Überblick über die Beethoven-Bildnisse im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert: Von der ersten Portrait-Büste Franz Kleins (1812), die den 42-jährigen Komponisten zeigt, über das Wiener Denkmal von Caspar von Zumbusch (1880) bis hin zum spektakulären "Beethoven" von Max Klinger, der den Komponisten als Künstlergenie feiert: Die farbige Skulptur ist im Wintergarten überlebensgroß auf ein Banner gedruckt. Anlässlich ihrer ersten Präsentation im Rahmen der Wiener Sezession von 1902 hatte Gustav Klimt extra seinen berühmten Beethoven-Fries geschaffen, und Gustav Mahler dirigierte Teile aus Beethovens Eroica und der neunten Sinfonie.

[Stefan Weymar M. A.]

 

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