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Theodor Kirchner

Digitalisierung des Nachlasses eines Brahms-Vertrauten

Mit der Digitalisierung des Nachlasses des Brahms-Vertrauten Theodor Kirchner werden 36 Musikautografe, mehrere hundert Blatt an Skizzen und Entwürfen und die umfangreiche Sammlung der Erst- und Frühdrucke seiner Werke sowie zahlreiche Schriftstücke und Lebensdokumente kostenfrei über die Webseite des Brahms-Instituts zugänglich gemacht.

Theodor Kirchner (1823–1903) widmete den größten Teil seines umfangreichen Schaffens dem Klavier. Für seinen musikalischen Weg bestimmend war die Begegnung und Freundschaft mit Robert Schumann, der 1843 sein Opus 1 wohlwollend besprach und ihn 1853 in seinem berühmten Brahms-Aufsatz Neue Bahnen zu den »hochaufstrebenden Künstlern der jüngsten Zeit« zählte. Bereits der 15-Jährige wurde Schumann und Mendelssohn vorgestellt, die vom Talent des Jungen beeindruckt waren und überaus positiv urteilten. Mendelssohn empfahl Kirchner, in Leipzig Klavier, Musiktheorie und Orgel zu studieren. 1843 trat er, obwohl bereits fertig ausgebildet, als Schüler mit der Matrikelnummer 1 in das neugegründete Leipziger Konservatorium ein.

Neben einigen Liedern, einem meisterhaften Streichquartett und kleineren Kammermusikwerken schrieb Kirchner für ›sein‹ Instrument über tausend Einzelstücke, die Brahms als »das Zarteste vom Zarten« galten. Kirchner entwickelte manches von Schumanns Tonsprache weiter, was sich nicht zuletzt in Titeln seiner Werke spiegelt: Neue Davidsbündlertänze op. 17, Neue Kinderscenen op. 55 oder Florestan und Eusebius op. 53. Dennoch behielt Kirchner einen unverkennbar eigenen Tonfall bei. Dass der Komponist bald nach seinem Tod in jahrzehntelange Vergessenheit geriet, hängt sicherlich mit der Kürze und Knappheit seiner Kompositionen zusammen, die fast durchweg dem Genre des romantischen Charakterstücks verpflichtet sind.



Projekt-Titel:
Theodor Kirchner
Digitalisierung des Nachlasses eines Brahms-Vertrauten

Projektabschluss: 2016

Projektleitung:
Prof. Dr. Wolfgang Sandberger

Projektmitarbeiter/innen:
Dr. Fabian Bergener

Gefördert von:
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein
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