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»Ich will euch trösten ...«

Ein deutsches Requiem

Begleitend zur Aufführung im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2012 zeigt das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck eine Ausstellung zum Deutschen Requiem und lädt zu einem Symposium in die Villa Brahms. Die Schau präsentiert herausragende Exponate der Instituts-Sammlung zu dieser »großartigen musikalischen Todtenfeier« (Eduard Hanslick), darunter etliche Erstveröffentlichungen.

Wertvolle Leihgaben aus Wien (Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Wien Museum und Privatbesitz) ergänzen die Schau. Die Ausstellung lenkt den Blick besonders auf die ersten Aufführungen in Wien, Bremen, Leipzig und London. Zu den Exponaten zählt ein Teilautograf des Requiems sowie Notendrucke, Programmzettel, Briefe und Fotos. Ein besonderer Fokus lag zudem auf kostbaren Quellen zur Textgrundlage (Textautograf, Bibel und Erbauungsbücher aus dem Brahms-Nachlass).

Die Beiträge des in Kooperation mit dem SHMF veranstalteten Symposions diskutierten Fragen zur Textzusammenstellung, zur Konzeption einer protestantischen Trauer- und Trostmusik sowie Fassungsfragen (Teilaufführung Wien, Uraufführung Bremer Dom, sogenannte ›Londoner Fassung‹).

Die zeitlose Aktualität des Deutschen Requiems fordert auch gegenwärtig immer wieder Künstler zu produktiver Auseinandersetzung heraus. Dazu gehören etwa der renommierte Karlsruher Komponist Wolfgang Rihm, der seine vier Orchesterstücke Das Lesen der Schrift (2001/2002) als Kommentare zum Requiem versteht, oder die in Speyer lebende Malerin und Grafikerin Regina Reim, deren umfangreicher Bilderzyklus ...keine bleibende Statt... (2000) im Rahmen der Ausstellung gezeigt wurde. Hier hat die Künstlerin das Werk in eine Bildsprache des 21. Jahrhunderts übersetzt und damit zugleich die in der Romantik entstandene Idee des Gesamtkunstwerks transferiert: 50 quadratische Arbeiten im Format 30x30cm münden an der Frontseite in ein 200x200cm großes Gemälde, welches vom Ursprung und Ziel des Lebens, von der Unendlichkeit des Göttlichen erzählt.


Impressionen
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