bach_header2.jpg

»Auf Bachs Wegen wandeln«

Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms

»Ich bin Bachianer«, bekennt Johannes Brahms selbst­bewusst und setzt sich auf vielfältige Weise mit dem Vorbild auseinander: als Pianist, Dirigent, Bearbeiter, Forscher, Sammler und vor allem als Komponist. Zum Bach-Schwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals eröffnet das Brahms-Institut an der MHL seine neue Ausstellung zu Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms, die das besondere Verhältnis von Brahms zur Musik des einstigen Thomaskantors thematisiert.

Bach war im 19. Jahrhundert eine nationale Identifikationsfigur. Anhand kostbarer Exponate zeigt die Schau, wie intensiv und individuell Brahms sich mit dem bewunderten Vorbild auseinandergesetzt hat: Schon im Klavierunterricht lernt der 8-Jährige das Wohltemperirte Clavier kennen. Von Clara Schumann erhält er 1855 den ersten Band der Bach-Gesamtausgabe: »Meinem geliebten Freunde Johannes Brahms als Anfang« – so lautet die Widmung. Bach ist von da an aus dem künstlerischen Leben von Brahms nicht mehr wegzudenken. Immer wieder begibt er sich auf Entdeckungsreise: »Brahms wandelt manchmal unbewußt auf Bach’s Wegen, in dessen Kunst er sich so tief heimisch fühlt«, so bemerkt bereits Philipp Spitta in seinem Brahms-Essay von 1892. Dieses Zitat hat den Titel der Ausstellung angeregt.

Zu den wertvollen originalen Exponaten aus der Sammlung des Instituts gehören das Brahms-Autograf der Motette »Es ist das Heil uns kommen her« op. 29 Nr. 1 und die eigenhändigen Kontrapunktstudien, die er in jungen Jahren geschrieben hat. Leihgaben aus dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ergänzen das Bild ›Bach und Brahms‹ um wichtige Mosaiksteine.

Impressionen
^